Von Steinhausen nach Reute

 

Im Nebel starten wir durch die flache Landschaft und kommen an zahlreichen, kleinen Dörfern mit hübschen Dorfkirchen und Kapellen vorbei. Wir sind gestern vom eigentlichen Jakobsweg abgebogen und müssen nun auf eigene Faust den Weg finden.

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Gegen Mittag erreichen wir Bad Waldsee und sind bald genervt von den Busladungen voller Touristen, die sich durch Gassen und Cafes schieben und offensichtlich die Preise verdorben haben. Nach einem Imbiss fragen wir im Pfarramt nach einer günstigen Unterkunft und werden auf Kloster Reute verwiesen. Ein kurzes Telefonat - und unsere Übernachtung ist gesichert.

Die fünf Kilometer Richtung Reute verlaufen parallel zu einer stark befahrenen Landstraße, was uns ziemlich runterzieht. Aber nachdem wir unseren Turbo eingeschaltet haben (kräftiger Wanderstockeinsatz und lauter Gesang) sind wir bald da.

Wir werden herzlich begrüßt und bekommen 2 Zimmerschlüssel. Etwas erstaunt sind wir darüber, dass wir als Ehepaar in zwei Einzelzimmern schlafen müssen, obwohl es im Haus auch Doppelzimmer gibt (!?). Die Zimmer sind sehr klein und spartanisch ausgestattet, wie es sich gehört. Nach einer kleinen Handwäsche gehen wir ins großzügige Foyer, um uns etwas mehr über diesen riesigen Klosterkomplex zu informieren. Dort werden wir von einem Pfarrer angesprochen, der uns einlädt mit in den "Kuhstall zu kommen", die Wirtschaft im Gewölbekeller.

Als wir eintreten, können wir kaum unseren Augen trauen: dort sitzen ca. 80 Pfarrer und ein paar weibliche Kirchenmitarbeiterinnen in höherer Funktion, die sich anlässlich eines Dekanatstreffens zusammengefunden haben. Der Gewölbekeller ist wunderschön hell und einladend eingerichtet und es gibt eine "Bar" mit einer Schwester als Bedienung und Tische mit Leckereien.

Dann werden wir sogar Kardinal Wetter kurz vorgestellt, der das Treffen leitet - ein sehr sympatischer Mann, wie wir am folgenden Morgen bei seiner Predigt erfahren.

Den Abend verbringen wir dann am Tisch mit mehreren Pfarrern, die fröhlich Wurst, Käse und Brezeln essend und Bier trinkend zusammen sitzen. Keine Spur von Abstinenz und Selbstgeißelung...sehr sympathisch!

Die Nacht in getrennten Zimmern ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber sei´s drum.

 

Die Etappe in Kürze
Anspruch: ++
Beschilderung: J
Gehzeit: 4 Std.
Länge: 16 km

 

Einkehr und Übernachtung: